Bifaciale PV-Module - vertikal aufgeständert

Wer hat Erfahrung mit vertikal aufgeständerten Bifacial Modulen? Neben Solarspar sonst noch wer? Solarspar hat solche Anlagen realisiert - der Gründach-Spezialist Zinco empfiehlt die Vertikal-Aufständerung, um Konflikte zwischen PV und Gründach zu umgehen.

https://www.solarspar.ch/referenzen/forschungsprojekte/pv-gründach-eichgut/
(Testanlage 2019 in Vals 128 kWp-Anlage - in den Alpen mit Schnee-Relexion besonders empfehlenswert und ohne Schneelast auf den Modulen…)

Zudem hat der Lastgang einer solcher Anlage keine Mittagsspitze - gute Verteilung über den Tag. Aber mit wie viel kWh/kWp kann man rechnen?

Wir prüfen den Bau von ca. 30 kWp und sind dankbar um Input zu

  • Solarstromertrag effektiv
  • preiswerte Aufständerung
  • Bifaciale Module - Schweizer Grosshändler haben kaum solche im Angebot, die Hersteller haben hingegen sehr viele Varianten im Angebot: 72 bzw. 144 Zeller versus 60/120 Zeller, mit/ohne Rahmen… Leistung bis über 400 W - auf der einen Seite. Leistungsangabe inklusive Rückseiteneffekt (wie Megasol es angibt) verwirrlich…

Hier ein „Leitfaden bifaciale Module“ von Swissolar (August 2019)
https://www.swissolar.ch/fileadmin/user_upload/Fachleute/Photovoltaik_Leitfaeden

Hier Forschungs-Bericht von 2018
https://www.zhaw.ch/storage/engineering/institute-zentren/iefe/PDFs/emw_Vertikale_Solarpaneele_Gründach_und_Solaranlage_müssen_intelligent_kombiniert_sein.pdf/9897-2019.08.09_Leitfaden_bifaziale_Module_Final_DE.pdf

Hallo

Ich sehe hier diverse Probleme.

Einerseits haben die Module ja nicht auf beiden Seiten die identische Leitung. Bei 90° Aufständerung wird die Verteilung nicht 50/50 sein.

Ich frage mich wie diese Unterkonstruktion befestigt wurde. Mit Ballastieren wird das nicht möglich sein, da müssten geschätzt 150-200 kg pro Module verwendet worden sein, gerade dort oben in Vals auf >1200m. Demzufolge haben sie ins Dach gebohrt, und das machen nur die wenigsten auf eigenen Gefahr.

Da gefallen mit die kleinen Megasol Module schon mehr, wobei dort die UK für die 20 Zellen wohl teurer waren als die Module selbst…

Händer haben das was nachgefragt wird. Die Nachfrage nach Bifacial ist und bleibt sehr gering…

Peace

Interessant - wie ist das genau. Die Vorder/Hauptseite mag bei Einstrahlung x 300 W produzieren - plus 30 W produziert die Rückseite aus Diffuslicht. Wenn nun die gleiche Einstrahlung x mit analogem Winkel auf die Rückseite trifft: Liefert diese nicht 300 W (plus Hauptseite 30 W aus Diffuslicht)? Ich ging davon aus, dass das zumindest annähernd der Fall ist - lasse mich aber gerne eines besseren belehren. (Daher eben die Frage nach konkreter Erfahrung :slight_smile:

Beschwerung ist nicht wahnsinnig, nur gegen Verschieben, rest über Abstützung links/rechts. Zinco hat ein entsprechendes System entwickelt.

Ich bin überzeugt, dass Bifaciale eine Standard-Ost/West-Belegung in keiner Weise übertreffen. Weder statisch, noch ertragsmässig, noch kostenmässig. Solche Projekte hatte Thomas Nordman vor gefühlten 20 Jahren verworfen.
Zur Berechnung gibt es Simulationsprogramme wie z.B. PVGIS, oder Sonnendach.ch
einstein0

Da wird ja so einiges geschrieben, leider viel Unsinn…SOLARSPAR unter meiner Leitung hat auf dem Dach von Valserwasser gebaut und dabei war keine einzige Dachdurchdringung nötig und kein Module ist davongeflogen obwohl schon heftigste Föhnstürme tobten. Auch die „Beschwerung“ mit dem Kies hielt sich in Grenzen, die UK und das Basismodul sind von ZinCo, die HJT-Module von HEVEL.
Wir sammeln fleissig Daten von beiden Anlagen (der Südausgerichteten und der Vertikalaufgeständerten) und nach einem vollen Betriebsjahr werden wir dann informieren, die bisherigen Zahlen sind vielversprechend, vor allem produziert die Anlage nicht einen Mittagspeak (Dromedar) sondern einen „Kamelbuckel“.
Die sinnvollste Kombination ist klar jene mit dem Gründach, denn in Zukunft brauchts weniger Tunnelblick sprich max. Stromertrag sondern in den Blick fürs Gesamte und das wären Regenwasserretension, Biodiversität und cleverer Stromertrag, bezogen auf den Eigenverbrauch und dann noch die Klimawirkung…ein schwarzes O/W-Dach auf einem Gründach ist immer noch viel hitzespeichernder als ein Gründach mit vertikal aufgeständerten Modulen

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Hallo

Ja das ist hier leider so… mich interessiert es aber immer noch ob die Module auf beiden Seiten identische Leistung bringen könnten…

Eine solche Anlage ist und bleibt ein Exot. International haben solche Anlage keine Berechtigung. Trotzdem ein schönes Projekt, gerade dort wo hohe Schneelasten gerechnet werden müssen, wäre dies eine Sinvolle Alternative da ja nach SIA so oder so keine Standard Module verwendet werden können.

Durch die nicht sichtbaren Verstrebungen unter Kies, ist die Beschwerung natürlich deutlich kleiner…

Peace

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In Deutschland wurde ein 4 MW-Solarpark bifacial-vertikal gebaut: https://www.next2sun.de/ - macht auch Sinn für landwirtschaftliche Nutzung dazwischen.

Next2sun arbeitet mit Jolywood-Modulen; die Effizienz auf der Rückseite entspricht 70% von jener auf der Frontseite:

Wer einen 20’ Container bei Jolywood bestellt, erhält 175 Module mit 415 W zu ca. 0.22 EUR/W (CIF Switzerland). Kleinere Mengen ab Lager in Rotterdam. Klingt nicht schlecht.