So, heute will ich endlich berichten, wie wir das Blendproblem gelöst haben. Beschrieben hab ich einiges dazu im Artikel „Sandstrahl-Atelier löst Blendproblem“ auf www.gebäudetechnik.ch. Unten ein Auszug daraus.
Lösungssuche
Die Situation war für alle Beteiligten sehr ärgerlich. Verschiedene Lösungsvarianten wurden angedacht: Rollo hinter dem Küchenfenster. Das als einzige Massnahme wollte der Nachbar nicht. Die unangenehmen Blendungen traten auch auf dem Sitzplatz auf. Weiter Ideen waren: ein Blendschutz-Zaun, eine Baumreihe, elektrische Abdeck-Store (temporäre Beschattung der Anlage), Blendschutz-Platten gleich unterhalb der Module. Besonders blendarme Module wurden getestet als Ersatz der Standard-Module, aber als ungenügend befunden für die Problemlösung wegen der bereits erfolgten Sensibilisierung der Nachbarn bezüglich Blendproblematik. Anstriche, Beschichtungen oder Folien zum nachträglichen Aufbringen könnten einige Jahre halten, aber nicht 20 Jahre. Gesucht war eine dauerhafte Lösung.
Gewählte Lösung
Schlussendlich wurde die folgende überzeugende Lösung gewählt: Sandstrahlen der Glasoberfläche. Ausführung dieser Arbeit erfolgte bei der Atelier Weidmann GmbH in Oberwil BL (https://atelier-weidmann.ch/). Diese Firma hat jahrelange Erfahrung für solche Glasbehandlungen und hat Druck, Strahlgut-Rezept für Zusammensetzung und Körnung, Düsenabstand, vertikale Geschwindigkeit Bewegung Strahldüse, Vorschubgeschwindigkeit horizontal etc. optimiert.
Dieses Know-how ist entscheidend für die optimale Bearbeitung, sodass im konkreten Fall Blendfreihet erreicht wird und man trotzdem keine oder kaum messbare Ertragseinbussen hinnehmen muss. Zum Schluss wird die Glasoberfläche speziell versiegelt und wird so schmutzabweisend. Im hier beschriebenen Anwendungsfall wurden die elf Module demontiert, nach Oberwil transportiert zum Sandstrahlen und dann wieder montiert. Die Ummontage konnte mit einer Hebebühne erfolgen.
Die am 12.7.2021 montierte Lösung überzeugt. Die Module sind wirklich blendfrei. Im Reflexionswinkel betrachtet erscheinen sie ähnlich hell wie eine matt-hellgraue Metalloberfläche.
FAZIT
Hoffentlich werden für PV-Anlagen heikle Konstellationen bezüglich Blendpotenzial immer zuverlässiger bereits vorgängig erkannt, so dass die Module bereits vor der Erstmontage blendfrei bestellt bzw. blendfrei gemacht werden können.
Wie auch bei konventionellen vollflächigen Glasfassaden können bei Solarfassaden oder PV-Dachanlagen in ungünstiger Konstellation übermässig störende Blendungen auftreten. Immer öfter werden PV-Anlagen auch auf Ost-/West- oder Nord-ausgerichteten Dach- und Fassadenflächen installiert. Damit treten auch häufiger Problemfälle mit übermässig störender Blendung auf. Besonders folgende Situationen können kritisch sein: Norddächer, Hanglagen, stark geneigte Ost- und Westdächer, sowie senkrechte grössere Fassadenflächen generell.
Standard-Solarglas ist «blendarm». Eine Forderung, generell «blendfreie» Module zu verbauen, wäre unverhältnismässig und würde den Zubau von Solaranlagen allgemein behindern. Aber in der Planung muss das Thema konsequent geprüft werden. Kurz oder bei Bedarf detailliert. Im Sinn: könnte eine heikle Konstellation bezüglich übermässig störender Blendung vorliegen? Falls ja, soll bereits in der Planung angemessen reagiert werden.






