Das SECO bemängelt fehlende Preisangaben für Ladestrom


(Stefan Kaufmann) #1

Viele Nutzer bemängeln dass der Preis für den Strombezug um das Elektroauto zu laden an vielen öffentlichen Ladesäulen nur mangelhaft angegeben ist. Das bemängelt nun auch das Seco und hat dazu verschiedene Abklärungen in Auftrag gegeben. Es scheint diesbezüglich also etwas Bewegung in die Thematik zu kommen. Auch wenn die EMPs (E-Mobility Provider) die Meinung des SECO nicht teilen, so sind auch sie an Verbesserungen interessiert. Gespräche laufen.

Publiziert hat das Thema srf.ch. Wir haben die Diskussion dazu auch im Elektroauto-Forum lanciert.

Welches sind deine Erfahrungen damit? Z.B. mit…

  • RFID Karte (ohne Preisangabe)
  • App (mit wenig benutzerfreundlicher Preisangabe)

Oder doch lieber Angaben wie an der Benzin-/Diesel Tankstelle?


(Kurt Eggmann) #2

Da hat sich das SECO einfach zu wenig mit der speziellen Thematik beschäftigt. Man kann eine Elektro Ladung nicht vergleichen mit dem Kauf einer Packung Reis im Supermarkt (wo selbstverständlich der Preis draufsteht). Eine verbindliche Preisangabe auf der Säule ist nicht möglich, weil die Ladung oft mit verschiedenen Roaming Partnern aktiviert werden kann, die unterschiedliche Preise haben. Je nachdem, welche RFID man benutzt, zB NewMotion, Maingau Energie usw.
Ausserdem kommen evtl. Nebenkosten dazu, wie Zeittarif (um jene zu bestrafen, die ihr vollgeladenes Fahrzeug einfach stehen lassen) und möglicherweise auch Parkgebühren.
Es steht auch jedem frei, sich vorher im Internet oder auf einer Mobil-App nach dem Preis zu erkundigen.


(Peter) #3

Richtig, die meisten Elektromobilfahrer laden ihr Auto zu Hause. Da biete ich meine Ladestation auch fremden Fahrern kostenlos an und lade Solarstrom. Mit einer gerademal 3 kW-PV-Anlage erzeugt man spielend den Jahresstrombedarf für ein Elektroauto. Ich finde die ganze Diskussion um die Stromkosten überflüssig.
Unterwegs suche ich mir meine E-Ladestation aus, ohne App und habe auch noch nie für Strom bezahlt. Denn Strom ist viel zu billig, um überhaupt mit einer teuren Infrastruktur zum Laden gehandelt und abgerechnet zu werden. Warum nutzt man z.B. nicht die an Treibstofftanken üblichen Kartenleser?
Darum wird es vorläufig auch keine V2G-Applikationen für die Bi-direktionale Anbindung der Elektromobilität geben, denn die Abrechnung für Regelenergie wäre unverhältnismässig teuer.
einstein0


(Stefan Kaufmann) #4

Ich finde es erstmal gut dass diese Thematik ernsthaft angegangen wird. Auch klar ist, die Situation kann sich noch verbessern. Auch wenn wohl hauptsächlich zuhause geladen wird, für längere Strecken braucht es eine zuverlässige öffentlich Ladeinfrastruktur. Dass die Nutzung etwas kostet finde ich nachvollziehbar.

Kostentreibender Faktor ist jedoch nicht etwa der Stromeinkauf, sondern vielmehr die Infrastruktur. Bezahlt wird dieser Preis dann aber oft in Form von einem kWh-Preis.

Auch Kartenleser werden wohl mit ziemlicher Sicherheit vermehrt eingeführt, es sei denn diese Form wird bis dahin durch eine andere Zahlform ersetzt.

Ich gehe davon aus, dass das bestehende System mit Apps usw. nicht komplett ersetzt wird. Ich denke aber, dass Anbieter in Zukunft die auflaufenden Kosten transparenter und vor allem einheitlicher darstellen müssen. So z.B. wie dies auch im E-Commerce und bei Online-Shop Bereich bereits der Fall ist. Der Checkout-Prozess ist durch verschiedenste Regeln genau vorgegeben.


(Peter) #5

Nun, geradezu typisch ist doch die heutige Situation bei Supermärkten:
Da wurden seinerzeit von Linksgrünen wie BR. Leuenberger & Co Verkehrsregeln und -Erschwernisse eingeführt, um den Individualverkehr zu dezimieren. Lokale Supermarktketten würden sich damit selber, belasten, ähnlich dem Lädelisterben durch Autoverbote für Innenstädte.
Deshalb haben sie sich erfolgreich gewehrt; COOP betreibt zwar Parkzonen mit Automaten, aber gebührenfrei, Migros hat Blaue Zonen, welche nicht kontrolliert werden und z.B. bei Lidl parkt man kostenlos. Dass nun auch noch Ladeparkfelder eingerichtet werden hat wiederum mit Kundenbindung zu tun, der Kostenfaktor für die Infrastruktur scheint vernachlässigbar.
Vielleicht wird doch noch irgendwann eine Ladeparkgebühr erhoben -als Alibiübung, weil es ja nicht sein kann, dass Elektroautos kostenlos verkehren.
Etwas anders sehe ich dereinst die Lade-Infrastruktur an Hauptverkehrsachsen, sobald auch der Schwerverkehr elektrifiziert wird. Doch bis an jeder Autobahnraststätte ein neues Trafohäuschen im Megawattbereich steht, vergehen wohl noch ein paar Jahrzehnte. Aber nein, das Seco, BfE, oder gar die Politik kann das nicht lösen. Man erinnere bloss an die überfüllten Warteräume an der Gotthardroute vor Wochenfrist, während die halbleeren Neat-Züge unten durch sausten. Das muss schon die Privatwirtschaft an die Hand nehmen…
einstein0


(Jürgen Baumann) #6

Ich würde mir erst einmal ein bessere Beschilderung wünschen. Oftmals kreist man doch ziemlich herum. Das Argument mit der Preisanschreibe Verordnung gilt auch für Ladensäule. Auch wenn verschiedene Roaming Partner da sein sollten, was hindert uns im Zeitalter der IT hier Transparenz rein zu bringen? Es gibt Vergleichsportale für alles und jedes.