Die Salzbatterie kommt?

Was ist von Salzbatterie-Ankündigungen zu halten?

https://www.pv-magazine.de/2019/01/10/energy-storage-fraunhofer-ikts-praesentiert-preisguenstige-kochsalz-alternative-fuer-photovoltaik-heimspeicher/

Die Kosten auf Zellebene lägen bei weniger als 100 Euro pro Kilowattstunde und damit bei rund der Hälfte von Lithium-Ionen-Batteriezellen, schreibt das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, das im März 2019 ihre Innovation vorstellen will.

In der Schweiz ist http://innovenergy.ch mit Salzbatterien auf dem Vormarsch; auch Schmid hatte vor längerem ein Produkt vorgestellt.

Soweit schien ein Knackpunkt, dass die Reaktionszeit bzw. die Entnahmeleistung gering ist. D.h. wenn ich die Kaffeemaschine anstelle, kann die Batterie nicht schnell von 0 auf 1 kW hochfahren; vorerst wird die Spitzennachfrage durch Netzstrom befriedigt; und im noch blöderen Fall liefert die Batterie die 1 kW - verspätet - und sie fliesst zurück ins Netz, weit unter den Gestehungskosten. Eine Kombination mit Super-Caps und eine schlaue Steuerung mag helfen.

Wäre jedenfalls schön, wenn’s funktioniert.

1 Like

Hallo Heini

Das lese ich zum ersten Mal, dass eine ZEBRA Batterie zu langsam hochfährt.
Hier
https://www.batterieforum-deutschland.de/infoportal/lexikon/natrium-nickelchlorid-batterie/
wird die Reaktionszeit mit “einige Millisekunden” angegeben. Das sollte auch für eine Kaffeemaschine schnell genug sein.

Das Funktionsprinzip wurde übrigens schon gegen Ende der 70er Jahre entdeckt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zebra-Batterie
Diese Akkus wurden früher auch von der Firma MES-DEA im Tessin hergestellt.

Das in den 90er Jahren in Norwegen entwickelte Elektroauto Think City wurde mit dem ZEBRA Akku ausgeliefert. Für die harten Winter ideal, denn es gab keinen Reichweitenverlust, weil die Akkus eine ständige Innentemperatur von etwa 300° haben. Später gab es den Think wahlweise auch mit einem Li-Ion Akku. So einen besitze ich heute noch.
Die Firma e-car Service in A-6890 Lustenau baut Haus-Speicheranlagen mit ZEBRA Akkus, die aus Think City Autos entnommen wurden:
http://www.e-car-service.com/energievorrat.html

Gruss vom Kurt

Die Kombination mit Supercaps macht sicher Sinn. Die können sehr schnell sehr grosse Strome abgeben und als Puffer dienen. Das ist nicht nur wegen dem Aufstarten sinnvoll, sondern auch um generell Stromänderungen abzudecken.Dadurch leben Batterien viel länger. Das Prinzip wird auch in der E-Mobil-Industrie genutzt.

Ja, ich gebe der Salzbatterie hohe Zukunftschancen.
Lithiums dagegen sehe ich lediglich als Zwischenlösung für die Elektromobilität.
einstein0

Auch an der VESE-Tagung PV-Praxis 2019 vom letzten Samstag wurde http://innovenergy.ch wieder vorgestellt. Nicht klar bleibt jedoch immer noch, ob diese Salz-Batterien wirklich auf dem Markt sind, wie gut sie funktionnieren, und zu welchem Preis sie heute angeboten werden??? Hat irgend jemand reale Erfahrungen? Es wäre super, hier mehr konkretes zu hören.

Ja, an der Speicherschulung eines Grosshändlers hatte ich einen Anwender der Salzbatterie getroffen, welcher diese schon eingesetzt hatte. “Für einen bestimmten Einsatzbereich gut geeignet,” war seine Devise. Wenn die Batterie im Dauereinsatz steht, also auf Betriebstemperatur absolut zuverlässig und effizient. Ich sehe ihren Einsatzbereich in Grossspeichern, ab 10 kWh
Vom Entwickler wurde mir mal ein Preis genannt von CHF 1’000.- /kWh.
Für Demozwecke hatte ich sie schon herumgetragen, aber noch nicht selber eingesetzt.
einstein0

SalzWasserBatterien sind auf dem Markt und auch ab Lager lieferbar, aber die 1000 CHF/kWh reichen da bei weitem nicht…

Das sind dann aber (noch) “satte” Preise! Die Lithium-Ionen-Polymer-Batterie in unserem Auto mit 27 kWh kostet im Ersatz etwa 10.000 CHF. Das wären etwa 370 CHF/kWh (ca. Faktor 3). Die Preise für alle Arten von Batterien müssen wohl noch deutlich runter, dass sie für die grosse Energiespeicherung interessant werden. Im Moment werden noch Preise wie bei den ersten LCD-Fernsehern genannt. Siehe Preisreduzierung bis heute. Bertrand Piccard hat einmal gesagt: Wenn die Batterien die doppelte Speicherdichte bei halbem Preis haben, wird das die Welt verändern! (Faktor 4)

Ja, darum sehe ich in privaten stationären Kleinspeichern keinen Vorteil.
Batterien sind elende Stromfresser und klimaneutral ist etwas anderes.
Vielmehr sollten die Stromversorger vom Gesetzgeber harter in die Pflicht genommen werden und z.B. eingespeisten Solarstrom vernünftig vergüten.
einstein0

Hallo Peter, hier im Forum kann jeder seine Meinung kundtun solange man anständig bleibt. Es gibt für und gegen alles Argumente! Alle Äusserungen die nur Vermutungen sind, sind nicht viel Wert. Wenn Du Wirklich Ahnung hast (wie Einstein), versuche Deine Meinung zu belegen und eine richtige Diskussion anzuregen. Z.B. in Bezug auf Deine Antwort:
“elende” bei Stromfresser ist überflüssig. Begründe das mit Zahlen und Anwendungen. Eine Batterie als Zwischenspeicher kann ohne weiteres - je nach Situation - auch Sinn machen. Wirtschaftlich Sinn machen die privaten Speicher wohl kaum (ein ganz anderes Argument). Der Gesetzgeber wird gewählt, oder? Wir bekommen für den eingespeisten Strom 1 Rp./kWh für den HKN. Gruss Klaus

Du vergleichst hier zwei Arten von Batterien. Im E-Auto müssen diese klein, leicht und robust gegenüber Temperaturen sein. Meist wird hier eine günstige NMC ( Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide) Technologie eingesetzt. Was dieser Akku aber nicht kann sind Zyklen. Nach 1000-1500 Voll-Zyklen sind noch etwa 60% zu erwarten. Da bist du jedoch schon 300000- 500000 km weit gekommen (Tesla 3).

In einer PV- Anwendung rechnest du etwa mit 250-270 Zyklen im Jahr. Eine solche E- Auto Technologie wäre nach 4-6 Jahren zu ersetzen was weder Sinvoll, ökonomisch noch ökologisch wäre. Hier müssen LiFePo4 ( Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator) eingesetzt werden (um bei Li-Ion zu bleiben).
Sind halt deutlich schwerer, grösser un teurer in der Herstellung. Können aber nicht explodieren, noch richtig abbrennen. Somit sind theoretisch >10000 Zyklen machbar wenn da die normale Alterung nicht wäre. Jedenfalls kann mit sicher 10 wohl 12 wenn nicht sogar 15 Jahren gerechnet werden und 80% Restkapazität.

Solche LiFePo4 Zellen kosten beim Grosshändler etwa 500 CHF/kWh, bei den optimierten NCA (Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Oxid) sind es um die 450 CHF/kWh.

Also nicht so weit weg von den angegebenen 370 CHF für eine NMC…

Nein, ich habe es nicht nötig, mich von anderen Forum-Usern belehren zu lassen. Dazu bin ich schon zu lange im Geschäft. Wenn ich z.B. schreibe, dass Batterien elende Stromfresser sind, ist das meine persönliche Erfahrung mit verschiedenen Batterietypen.
Andere dürfen sich an Hochglanzprospekten von Batterieherstellern orientieren, oder wissenschaftliche Arbeiten konsultieren.
Auch mein Avatar ist möglicherweise älter als dieses Forum und ich hatte versucht in verschiedenen Themen etwas Leben in dieses eher lahme Forum zu bringen, aber ich kann es auch lassen!
einstein0

Mittlerweile hat zumindest innov.energy einige duzend Salzbatterien im Einsatz:
https://www.innov.energy/de/innovenergy/referenzen

Uns gehört die Salzbatterie in Westafrika unten. Funktioniert stabil; spannend, aus weiter ferne zu überwachen, wie das dreiphasige 10kW-System auf jeder Phase life aktuell reagiert. Beachtlich ist der Abwärmeverlust, rund 300 W kontinuierlich bei 18 kWh Batteriekapazität, um die 260° C Batterie-Temperatur zu halten. Dafür kann die Batterie gut mit hoher Umgebungstemperatur umgehen.

Wenn die Batterie sinnvoll genutzt wird - wie hier als Notstrom-Backup statt Dieselgenerator - ist der Verlust akzeptabel (und andere Batterietypen haben aus anderen Gründen ähnliche Verluste…). Nur zur Eigenverbrauchsoptimierung würde ich mir hingegen keine Batterie in den Keller stellen, die kontinuierlich 300 W frisst.