Geschäftsmodelle versch. Solargenossenschaften


(Stefan Kaufmann) #1

Viele der in den letzten Jahren gegründeten Solargenossencahften basierten auf dem Geschäftsmodell “KEV”. Da es die KEV für zukünftige Anlagen kaum mehr geben wird, sind neue Modelle gefragt.

Einige Genossenschaften haben auch ausserhalb der KEV funktionierende Geschäftsmodelle gefunden.
So z.B. der Verkauf von Solarfläche. Der Erwerbende erhält damit für einige Jahre (z.B. 20) den ökologischen Mehrwert des von der Fläche erzeugten Stromes.

Eine weiteres Modell unterstützt Anlagenbauer mit Förderbeiträgen. Der Anlagenbesitzer tritt dabei das Vermarktungsrecht den ökologischen Mehrwertes an die Genossenschaft ab. Diese kann dann den Mehrwert entsprechend vermarkten.

Einige Genossenschaften können den ökologischen Mehrwert auch an das örtliche EW oder die Elektra verkaufen und so den Absatz des Stromes resp. des Mehrwertes sicherstellen.

Die meisten Modelle haben gemeinsam, dass der Mehraufwand im Vergleich zum “KEV-Modell” um einiges höher liegt und möglichweise mit Freiwilligenarbeit kaum mehr zu stemmen ist. Gibt es hierzu evtl. Erfahrungen?
In Deutschland haben aus ähnlichem Grunde Neugründungen von Genossenschaften bereits stark abgenommen. In der Schweiz ist die Situation womöglich sehr ähnlich.

Ich bin im Vorstand einer Solargenossenschaft und wir diskutieren aktuell verschiedene Ansätze. Es wäre sehr interessant von weiteren Modellen zu erfahren oder entsprechende Erfahrungen auszutauschen.


(Heini Lüthi) #2

Komplizierter wurde es für unsere Solargenossenschaft auch - die Eigenverbrauchs-Kalkulation ist weniger sicher als ein fixer Rückliefertarif. Wir verkaufen dem Dachpartner 100% vom Solarstrom zu fixem Tarif, 2017 war dies erstmals ein Altersheim mit 90% Eigenverbrauch. Die Optimierungs-Verantwortung liegt beim Dachpartner - so kann er auch profitieren, wenn er den Eigenverbrauch erhöht.
Aktuell kalkulieren wir eine Eigenverbrauchs-Anlage mit über 1 MWp. Es ist längst nicht mehr so einfach wie mit der KEV, aber doch faszinierend, nun Solarstrom zum Eigenverbrauch unter 10 Rp/kWh anbieten zu können.
Anderseits haben wir das Glück, dass unser städtisches Elektrizitätswerk unser Solar-Zubau begrüsst und verhandlungsbereit ist bei der kostendeckenden Abnahme vom Herkunftsnachweis.


(Stefan Kaufmann) #3

Vielen Dank für diese Rückmeldung. Speziell der letzte Punkt, die Verhandlungsbereitshaft des EW bezgl. Abnahme des HKN ist begrüssenswert.