Pelletheizung für 4-Familien Altbau


(Diego Fischer - Neuchâtel) #1

Wir wollen die Gasheizung unseres 4-Familienhauses (Stadthaus beidseitig angebaut aus 1860, 4-stöckig) ersetzen. Der Gasverbrauch der bestehenden nichtkondensierenden Gasheizung mit 47 kW (!) Leistung aus 1985 beträgt 60’000 kWh/Jahr, dh entspricht etwa 6000 Liter Heizöl, inklusive Warmwasser-Aufbreitung.
Wir möchten eine automatische Pelletheizung einbauen. Hat jemand Erfahrung mit einem ähnlichen Projekt.
Was sollen wir in Sachen Warmwasser tun? Es lohnt sich wohl nicht, die Pelletheizung dafür den ganzen Sommer in Bereitschaft zu lassen. Wir denken da an einen Wärmepumpenboiler…


(Michael) #2

Warum Pellets?
Halte ich nicht für eine umweltfreundliche Variante, vorallem wegen:
" Die Feinstaubemission moderner Pelletkessel ist zwar deutlich besser als von Kaminen, Kachelöfen oder Stückholzkesseln, überschreitet den Ausstoß vergleichbarer Öl- und Gasbrennern prinzipbedingt jedoch um ein Vielfaches, insbesondere wenn man jahres- und tagestypische Heizveränderungen einbezieht." Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pelletheizung#Umweltverträglichkeit
Ich weiss, die Holzofen-Industrie verbreitet ganz andere Hochglanzbroschüren, und vermarktet das alles unter Öko, und grün. Stimmt aber leider nicht.
Mehr Infos:
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_84599106/kachelmanns-donnerwetter-diesel-die-politik-ignoriert-ein-groesseres-problem.html
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_84671908/kachelmanns-donnerwetter-feinstaub-aus-holzoefen-die-gemuetlichen-dementoren.html


(Diego Fischer - Neuchâtel) #3

Was wäre denn die Alternative?


(Michael) #4

Ich kenne die lokalen Begebenheiten nicht.

  • Wieder Gas?
  • Wärmepumpe?
  • Erdsonde?

Einiges davon zu teuer?
Hausisolierung verbessern?


(Diego Fischer - Neuchâtel) #5

Gas:
Für mich ist es unmöglich, im Jahr 2019 wieder in eine Gasheizung zu investieren.
Wärmepumpe:
Bei der Wärmepumpe gibt es ein Problem mit den Vorlauftemperaturen, weil wir keine Bodenheizung haben, sondern Radiatoren. Zudem haben wir auch keine Möglichkeit, eine schön grosse PV-Anlage zu bauen, das Dach ist total verwinkelt und die einzige gute Fläche ist schon belegt, aber eben nur mit 3 kWp. Da wir also für die WP bei weitem nicht genügend Strom selber herstellen können, so stellt sich die Frage, ob wir wirklich dazu beitragen wollen, kostbaren Winterstrom für das Heizen zu brauchen.
Somit bleibt am Schluss, denke ich, doch wieder nur Holz in irgend einer Form?? Klar wäre es vermutlich sauberer, wenn das Holz zentral vergast und dann über das Gasnetz verteilt würde, aber so etwas gibts heute ja noch nicht wirklich.


(Heini Lüthi) #6

Holzpellet ist eine durchaus vernünftige Wahl. Für die 9 Haushalte hier bei uns haben wir seit 8 Jahren einen 100 kW Pelletkessel. Bislang läuft der im Sommer durch; damit der Kessel nicht mehrmals täglich für’s Warmwasser anspringen muss, müssten zumindest die Warmwasserspeicher grosszügig sein. Ist’s bei uns aber nicht, diesbezüglich ineffizient.

Daher ziehen wir auch ergänzend eine Wärmepumpe in Betracht, die das Warmwasser im Sommer mit Solarstrom aufbereitet.


Für eine Exytron-Lösung - Methan aus Solarstrom:
https://exytron.online/klimafreundliches-wohnen-in-augsburg/
ist dein Objekt wohl zu klein - aber das wäre schon cool :slight_smile:

Aber der Platzbedarf ist nicht zu unterschätzen…