Preisentwicklung von Aufdach und Indach PV-Anlagen?

Guten Tag miteinander,
Kann mir jemand sagen wie sich die Preise (Produkt- und Installationskosten) im Vergleich von Aufdach- und Indachanlagen auf ein bestehendes Schrägdach in den letzten 5-10 Jahren entwickelt haben?
Wir möchten für die Kernzone nur noch Indachanlagen bewilligen und haben jedoch immer wieder Diskussionen wegen den Mehrkosten…
Indachanlagen sind architektonisch für das Ortsbild viel schöner…

Besten Dank jetzt schon für die Inputs.
Viele Grüsse
Marco Vögeli

Ein erster Anhaltspunkt sind die Vergütungssätze für die Einmalvergütung. Diese sollten ja einen Anteil von maximal 30% der Investitionskosten wiederspiegeln (in Realität ist der Fördergrad im Bereich von 15-20%). Um die Vergütungssätze dem Marktpreis anzupassen, hat das BFE in der Vergangenheit mehrfach Marktstudien erstellen lassen, um dann die Vergütungssätze festzulegen.
Als Resultat war der Vergütungssatz für integrierte Anlagen bisher immer 15% höher als derjenige für Aufdachanlagen.
In der Praxis ist die Situation einiges komplizierter: im Falle eines Neubaus oder einer kompleten Dacherneurung ist der Unterschied zwischen Indach und Aufdach zB eher klein (die Indachanlagen ersetzt in diesem Fall effektiv einige Ziegelkosten), im Falle eines bestehenden noch voll funktionstüchtigen Daches ist der Unterschied eher grösser (es entstehen bei der Indachanlage zusätzliche Kosten für den Abbau und die Entsorgung von Ziegeln, die noch nicht abgeschrieben sind, und durch eine allfällig neu zu erstellendes feuerfestes Unterdach).
Dazu kommt, dass die Produkte im Indachbereich im allgemeinen aufgrund der kleinen Produktionsvolumen immer noch sehr teuer sind: ein europäisches 300 W Modul kostet als Standardmodul (für Aufdach) beim Grosshänder CHF 175, das gleiche Modul mit Solrif-Rahmen für die Integration jedoch CHF 310. Dies allein schon bewirkt einen Preisunterschied von CHF 0.45/Wp.
In meiner eigenen Praxis sehe ich deshalb bei bestehenden Dächern, die noch nicht ersetzt werden müssen, eher 30% Mehrkosten bei der Investition. Und wenn man dann die Einmalvergütung abzieht, die ja nur von15% Mehrkosten ausgeht, steigt der relative Unterschied nochmals an.

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Ich kann mich den Ausführungen von Diego anschließen. Bei einer 1200 m2 Dachsanierung haben wir die Herausforderung angenommen, Indach PV nicht teurer zu bauen als Aufdach PV plus Blech. Mit Megasol Nicer kriegen wir das einigermaßen hin - ist dann jedoch optisch nicht so ästhetisch wie geschindelte Produkte. Angebote mit „hochwertigen“ Indach-Produkten (Eternit, Arres) waren 40-80% teurer.

Aufwändig bzw teuer sind die Spengleranschlüsse an den Dachrändern und Oblichtern. Bei der Großanlage sind das schon über 10% der Kosten - zuzüglich Koordinationsaufwand zwischen Architekt, PV Bauer, Spengler und Holzbauer. Aufdach lässt sich deutlich einfacher abwickeln. Und wenn während den 25 Jahren Betrieb ein PV-Modul ausfällt, ist man bei Indach auf die langfristige Existenz des Systems angewiesen - sonst ist die Dachdichtigkeit gefährdet. Während bei Aufdach schlimmstenfalls ein Modul weggelassen werden kann, oder aber ohnehin Standard-Module verwendet werden, für die man auch in 20 Jahren noch Ersatz findet.

Es gibt ästhetische Argumente für Indach-PV - aber doch auch einige dagegen…