Speicher für PV-Anlage


(Diem Hansueli) #1

SSES-Zeitschrift Nr. 3 Juni 2018. Dort schreibt, auf Seite 26, ein ziemlich frustrierter L. Keller von seinen Erfahrungen nit seinem PV-Speicher.Was muss ich als ev. zukünftiger Käufer eines Speichers anders machen? Ist ein Produkt auf Markt das keine “deutschen” Bremsen hat? Sind so hohe Eigenverbrauche von Speicher und Steuerung “normal”? Oder ist alles auch nur eine Frage des Preises?


(Diego Fischer - Neuchâtel) #2

Seit April 2017 gibt es den Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme, ein deutsches Branchendokument, welches eine erste Empfehlung abgibt, wie der Wirkungsgrad von Batteriespeichern gemessen werden soll, und welche Angaben ein Datenblatt zwingend enthalten sollte. Leider ist es aber so, dass fast keiner der Hersteller bisher seine Geräte nach diesem Angaben spezifiziert. Als Beispiel: auf den aktuellen neuen Datenblättern von Sonnen wird zB kein Wort über den Standbyverbrauch verloren.
Man muss heute wohl mit der Tatsache leben können, dass Batteriespeicher immer noch eine sehr junge Produktkategorie darstellen, wo mit schönem Marketing viele tolle Versprechungen gemacht werden, wo aber seriöse und neutrale Produktevergleiche und echte Langzeiterfahrungen noch weitgehend fehlen. Was nicht heissen will, dass nicht auch heute schon sehr gute Produkte auf dem Markt sein können. Die Frage ist bloss, welche der vielen angebotenen Speicher zu dieser Kategorie gehören. Der von Herrn Keller gehörte anscheinend nicht dazu!


(Peter) #3

Die Fachhochschule Burgdorf testet zur Zeit Speicher und erarbeitet zusammen mit internationalen Gremien einheitliche Fachbegriffe und Datenblätter über angebotene Speicher.
Persönlich betreibe ich einen kleinen Testspeicher, doch diese sind für mich kein ernsthaftes Thema. Ich denke, dass es keine Lithiums mehr geben wird, bevor der Speicherhype einsetzt, weil diese bereits für die Elektromobilität nicht ausreichen.
einstein0


(Diem Hansueli) #4

Ob Lithiumspeicher sterben vor einem sog. Hype ist zweitrangig. Wahrscheinlich braucht es ohnehin eine Trennung zwischen Speicher für den Hausverbrauch und dem “rollenden” Speicher für die Mobilität. Aber erstrangig sind die Probleme zu lösen, welche im oben genannten SSES- Artikel beschrieben sind. Hier sind nach meiner Meinung Steuerungen gefragt, welche die “eingebauten” Bremsen lösen können. Wenn das dann zu einem Schweizer Salzspeicher besser passt als zu einem deutschen Lithiumprodukt,- umso besser! Vielleicht ist ein Salino-Produkt bei Ihnen schon im Test. Bleibt zu hoffen dass nach vielen Worten Taten folgen! Es grüsst Hu. Diem


(Diego Fischer - Neuchâtel) #5

Hier im VSE-Bulletin ein interessanter Artikel zur Frage, ob kleine dezentale Speicher überhaupt irgend etwas bringen für die Energiewende https://www.bulletin.ch/de/news-detail/wasserkraft-versus-batterien.html Darin sagt der VSE unter anderem, und davon bin ich auch überzeugt, dass durch eine intelligente Koordination zwischen PV und regelbarer Wasserkraft ein hervorragender Tag-Nacht-Ausgleich erreicht werden kann, ohne dass es die Batterien mit all die erwähnten Umwertnachteile überhaupt braucht.
Wichtig wäre hier ein wirklich fairer Deal zwischen den Betreibern der Wasserkraft, dh dem VSE und den Besitzern der PV-Anlagern. So etwas tönt zwar noch nach Zukunftsmusik, aber man darf ja hoffen.
Das Problem mit den Batterien ist aber, dass diese von der Solarbranche zur Zeit gerne verkauft werden, Nutzen hin oder her, weil diese kräftig Umsatz generieren. Zudem sind diese viel einfacher als eine PV-Anlage zu installieren, man muss ja nur einen teuren Schrank in den Keller stellen und anschliessen. Sogar gewisse EW’s, wie zb das EKZ, mischen bei diesem Geschäft gerne mit (siehe die EKZ-Batterieaktion von Weihnachten)


(Peter) #6

Ich bin absolut deiner Meinung und unterstütze private stationäre Batteriespeicher nicht. Im Gegenteil, ich denke, sobald die ersten Hütten wegen Speicherbasteleien abbrennen werde diese verboten.
Anders sehe ich die saisonale Verschiebung von Solarstrom durch geeignete Grosspeicher.
einstein0