Überlegungen zu e-Mobilität und Klimawandel


(Christina Marchand) #1

Hier eine Kopie meines Blogs, den ich heute veröffentlicht habe. dort findet ihr auch alle Links.

Viele meiner Leser sind alte Schulfreunde, die ich am 30 jährigen Abitreff endlich wieder persönlich begrüssen konnte. Dabei war mein Blog natürlich Thema und besonders heiss her ging es um die Elektromobilität. Viele Arbeitsplätze hängen ja am geliebten Auto und das ist in unserer Stufe nicht anders. Deshalb habe ich mal zur Umweltbilanz von Elektroautos recherchiert.

Zuerst aber eine wichtige Voraussetzung
Die Klima- und Umweltprobleme sind so dringend - wir werden nicht drum herum kommen starke Einschnitte in unserer Mobilität hinzunehmen, wenn wir wirklich die Erwärmung begrenzen wollen. Denn auch die Umstellung frisst erst mal fossile Energien. Wie wärs mit Verzichten, Teilen, effizientere und kleinere! Autos fahren, Elektroräder usw.

Denn die Exponentialfunktion schlägt zu
Es wird deutlich schneller heisser, das Eis schmilzt schneller und auch die Wetteränderungen kommen nicht erst Ende des Jahrhunderts, denn die Entwicklung verläuft exponentiell. Leider ist es für uns Menschen schwer vorzustellen, was das bedeutet, vielleicht helfen hier ein paar Beispiele.

Beispiel Torf-Feuer
Schon mal von den Moor-Feuern in England gehört - das Land der grauen Regenschauer. Das war einmal! Nun ist es dort so trocken, dass die Moore anfangen zu brennen und dabei zusätzlich riesige Mengen CO2 frei setzen. Diese Feuer sind sehr schwer zu löschen und deshalb ein grosses Problem. Letztes Jahr hat es sogar auf Grönland im Torf gebrannt, weil der Permafrost aufgetaut ist. (Bild von Meteo Schweiz)

Beispiel Rekordtemperaturen
Weltweit werden früher im Jahr die Rekord-Temperaturen erreicht. Viele Orte melden Temperaturen, die noch nie zuvor gemessen wurden. Das bedeutet, dass man dort bald im Freien nicht mehr überleben kann (>40 °C ist schon nicht so nett). Wir brauchen also die Menschen gar nicht mehr im Mittelmeer ertrinken lassen, sie werden eh schon vorher verglühen. Link leider nur Englisch

Urin im Schwimmbad
Wer von euch weiss eigentlich, dass die Klimaforscher für das 2 Grad Ziel davon ausgehen, dass wir CO2 wieder aus der Atmosphere entfernen müssen. Das ist ein bisschen so, als würde man in ein Schwimmbad pinkeln, um dann nacher zu versuchen das Urin wieder raus zuholen. Nur weil es einem zu aufwendig ist zum Klo zu laufen.

Aber ich schweife ab, eigentlich wollte ich zur Elektromobilität schreiben. Also wenn es einem grundsätzlich mal egal ist, dass wir uns mit unserem Verhalten derzeit in Richtung 6 Grad Welt bewegen, mit grossen unbewohnbaren Teilen der Erde und einem Massensterben (vor allem der Menschen, die selber kaum CO2 erzeugen), dann können wir jetzt über Autos reden.

Wer unbedingt Auto fahren möchte und sich derzeit überlegt ein neues Auto anzuschaffen, der sollte folgendes tun:

A) Auf jeden Fall das alte Auto verschrotten, denn sonst stösst ja jemand anders mit diesem Auto weiter CO2 aus und man erhöht die Gesamtmenge an Autos und CO2 :frowning:

B) Ein so kleines und leichtes Elektroauto wie möglich kaufen. Die Batterie so klein wie möglich wählen, wirklich überlegen, wofür man das braucht. Den Stromanbieter wechseln, weg von den grossen vier Stinkern, die die Energiewende verzögern. Solarstrom kaufen oder am besten selber produzieren. Einstellung ändern, die Pausen beim Aufladen entspannen und CO2 arm ein gutes Buch lesen.

Warum ?
Erst einmal braucht die Herstellung des E-Autos etwas mehr Energie. Das natürlich für die Batterie und also abhängig von der Grösse. Aber wir haben immehin die Chance, dass dieser Prozess bald auf Erneuerbare umgestellt wird und können das mit unserem Kaufverhalten auch beeinflussen. Die Gigafaktory von Elon Musk z.B. wird schon jetzt mehrheitlich mit Solarstrom betrieben. Im Verbrauch aber ist dieses Auto deutlich sauberer, billiger und auch einfacher. Neben der Klimakatastrophe gibt es ja auch noch lokale Probleme, wie Stickoxide, Russ, Lärm, usw. Als passionierte Radfahrerin weiss ich, wovon ich rede, denn man riecht jedes Auto deutlich.

Und was passiert mit den Batterien?
Recycling von Batterien ist technisch nicht sehr komplex und wird schon betrieben. Metalle können mit einfachen chemischen Prozessen getrennt werden, dazu gibt es viel Forschung. Bisher war es einfach günstiger neues Lithium aus dem Boden zu holen. Kobalt, Kupfe und Nickel lohnen sich bereits heute industriell. Grundsätzlich braucht es hier vor allem gute Gesetze, die Standards festlegen und die Firmen zur Rücknahme und Verwertung verpflichen. Keine Hexerei also, im Vergleich zum Entfernen von CO2 aus unserer Atmosphere. Es gibt auch schon erste Startups, die sich auf Recyceln spezialisieren und grosse Fabriken. Auch die EU ist nicht untätig und verpflichtet die Mitglieder zum Handeln.

Alles ist wichtig
Harald Lesch spricht mir in diesem Video mal wieder aus dem Herzen. Was auffällt: Auch er kann nicht bei der Sache bleiben, kein Wunder bei der Fülle der Probleme, die wir lösen müssen.

Und bitte nicht verzweifeln beim Lesen. Es lohnt sich immer etwas zu tun, besser als Nichtstun ist es auf jeden Fall.

Viel Spass beim Lesen.
Mehr gibt es auf meine Blog

Christina