Was ist der Einfluss der Coronakrise

Vorher waren wir nur Energiewendespezialisten, jetzt werden wir notgedrungen auch noch ein bisschen zu Virologen. Was denkt ihr dazu? Was werden die Konsequenzen auf unsere Anliegen und Ziele sein? Wie geht man in der Praxis mit der neuen Lage um, gibt es kreative neue Lösungen, vielleicht sogar neue Möglichkeiten?

Im Ggs. z.B. zum Strom, welcher zwar auch unsichtbar, aber zumindest messbar ist, stehen wir virusmässig ziemlich im Dunkeln. Sogar die Ärzteschaft ist sich nicht einig und die Schweiz plant einen Bluttest.
Dabei kommt der Strom für geschätzte 99% der Bürger aus der Steckdose, die Energiewende, der Atomausstieg, oder das Klima interessiert praktisch niemanden.
Generell hoffe ich, dass nicht auch noch unsere Stromversorgung zusammenbricht und ein grösseres Chaos, oder ein Bürgerkrieg ausbleibt.
einstein0

Momentan haben die Leute andere Sorgen als den Kauf einer Solaranlage. Doch man wird sich mit der neuen Situation arrangieren, und je nach Arbeits-/Quarantänesituation haben manche mehr Zeit, um sich mit der Realisierung von lang gehegten Ideen zu beschäftigen - wie z.B. einer Solaranlage. Sie passt auch ganz gut in eine Zeit, in der Sicherheit und Autarkie eine grosse Bedeutung haben - das Hamstern von WC-Papier und Teigwaren deutet jedenfalls darauf hin.
Nun ist ein cleveres Marketing durch die Solarprofis gefragt, das auf diese Befindlichkeit eingeht. Und es braucht neue Methoden unter Verwendung von Online-Instrumenten. Wieso nicht einem potenziellen Kunden online erklären, wie seine Anlage aussehen könnte? Vielleicht dauert es bis zur Auftragsvergabe noch eine Weile. Aber nach der Krise werden viele Haushalte Geld zur Verfügung haben, das sie momentan wegen geschlossener Läden und Restaurants nicht ausgeben können.
Seitens Swissolar werden wir unsere Mitglieder im Bereich online-Marketing Unterstützung anbieten, um die Chancen der Krise nutzen zu können.

Aus (politik)wissenschaftlicher Sicht liegt es leider nahe, dass Krisen vielfach dazu führen, dass andere, vermeintlich „weit entfernte“ Probleme in den Hintergrund rücken oder an Priorität verlieren. Es würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn beispielsweise dieses Jahr das Sorgenbarometer der Schweiz wieder etwas kehren würden und andere Ängste wie Arbeitslosigkeit oder wirtschaftlicher Abstieg zunehmen gegenüber dem Thema Klimawandel. Das ist für die Energiewende und die Sonnenenergie natürlich nicht unbedingt förderlich. Darüber hinaus mache ich mir etwas Sorgen, dass jetzt, wo Milliarden in die Wirtschaft investiert werden, anderswo kein Geld mehr übrig ist oder der Rotstift angesetzt wird. Dass das aber langfristig auch nach hinten losgehen kann, zeigt sich aber bspw. im Gesundheitsbereich, daher kann auch hier sein, dass sich in Zukunft mehr Gedanken über solche Massnahmen gemacht wird.

Nichts desto trotz kann es durchaus auch Chancen bergen, ich teile da die Meinung mit den Vorpostern. Einerseits ist ein Szenario eingetroffen, wovon viele Expertinnen und Experten bereits gewarnt haben. Vielleicht erfahren ja auch die Klimawissenschaftler und -innen nach der Krise mehr Zustimmung und Wertschätzung für ihre Prognosen. Weiter könnte ich mir vorstellen, dass die vielgenannte Entschleunigung auch dazu führt, dass Konsumprioritäten auch in Zukunft anders gesetzt und dadurch vermehrt Geld für grössere Investitionen wie eben eine Solaranlage übrig bleibt. Auch das Thema Autarkie wird je länger je mehr ein wichtiges Verkaufsargument sein. Darüber hinaus wird die Globalisierung und die Auslagerung von Produktionen in das billigere Ausland bereits jetzt heftig diskutiert - vielleicht tun sich auch dort neue Chancen für den Wirtschaftsstandort Schweiz auf. Und wer weiss; das Thema Grüne Wirtschaft könnte durchaus wieder auf die Agenda gelangen, gerade wenn die Milliardenhilfen an gewisse Bedingungen geknüpft werden.

Wir werden sehen, was in 2, 3 Monaten ist.

So optimistisch bin ich leider nicht (mehr), auch wenn mein Engagement in die Photovoltaik vor 30 Jahren eher technisch begründet war. Damals kostete eine PV-Anlage ein halbes Vermögen. Heute dagegen ist das Zeug billigst zu haben, aber die Versorger scheuen sich nicht, uns Sorarstromproduzenten laufend zu erklären, wie wertlos doch unser Strom sei, während die konventionellen immer noch Ewigkeitskosten verursachen, welche noch kaum jemand beziffern kann.
Bei den ggw. Rahmenbedingungen verstehe ich Landwirte, welche riesige Scheunendächer immer noch konventionell eindecken und habe mich letzten Monat selber von einer Investition in eine 100 kWp-Anlage distanziert, obschon das Geld durchaus vorhanden wäre.
Nachdem die PV auf einstelligen Prozenten stagniert, interessiert mich nun die Elektromobilität eher mehr.
einstein0

Die ganze Welt quasselt über den Coronavirus, vom Politiker bis zum hintersten Radiojournalist. Man vernimmt von Börsencrashs und über den Oelstreit und den Abtransport von hunderten von Toten.
Doch keiner spricht das Wichtigste überhaupt an, wovon der gesamte „Heilungsprozess“ aus der Krise abhängt: Es ist unsere Stromversorgung, welche schon in Friedenszeiten manchmal an einem dünnen Faden hängt.
Mein Versorger hat auf seiner „Störungswebseite“ folgenden Spruch aufgeschaltet:
„Wir sind in Ihrem Versorgungsgebiet nicht zuständig.“
Die Bevölkerung sollte mal darüber laut nachdenken.
einstein0