EIGENVERBRAUCH als Zwang?

Warum ist eigentlich EIGENVERBRAUCH ein derart zentrales Thema? Es überschattet das Hauptziel zukunftsweisender Stromproduktion. Primär geht es doch darum, dezentral so viel erneuerbare Energie zu produzieren, wie möglich. Jede kWh, die regional aus Sonnenenergie gewonnen werden kann, muss nicht anderswo produziert und über hohe Masten in der Landschaft durch dicke Drähte unter Verursachung unnötiger Netzbenutzungskosten herbeigeschafft werden.

Lassen wir doch den selber produzierten Überschuss unseren Nachbaren zu gute kommen. Fliessen tut er ja ganz ohne unser Dazutun selbständig dorthin, wo ihn ein Verbraucher in einem der umliegenden Häuser nötig hat. So kann es bei regionaler Produktion natürlich dazu kommen, dass der Strom im Verteilnetz plötzlich in der andern Richtung fliesst. Die „Stromwende“ wird Realität. So wie jede Logistikfirma Leerfahrten nutzt, sind auch Kupferdrähte für die „Stromwende“ geschaffen. Sogar die Stromgesetze verbieten es ihm nicht.

Wenn wir es noch fertig bringen, dass der Produzent für seine Einspeisung gleich viel bekommt, wir ein Endverbraucher dafür bezahlt, muss ich meinen Strom auch nicht unbedingt im eigenen Haus verheizen. Dabei entlaste ich sogar das öffentliche Netz.

du bekommst ja gleich viel für den strom wie du auch bezahlst. jedenfalls wenn man den energiepreis betrachtet. leider ist das nur ein kleiner anteil am gesammtstrompreis. der rest ist für den unterhalt vom netz. du musst also den strom so günstig produzieren dass ihn die netzbetreiber bei dir einkaufen. das ist dann im bereich von 4 rappen oder so. da dir das aber zu wenig ist überlegst du dir wie du mehr geld für den strom bekommst. das ist am einfachsten wenn du keinen strom für 20rappen einkaufen musst. also eigenverbrauch.

bei einem PV panelpreis von unter 100.- für ein 330W modul ist man aber nicht mehr weit von dem oben genannten preis entfern. allerdings nur wenn man eine grosse anlage baut (knapp unter 30kwp) und damit eine förderung von ca 12’000.- mitnimmt.

gruss
siegi

Es hindert dich übrigens niemand den Strom an deinem Nachbar zu verkaufen. Ist halt einfach messtechnisch und Administrativ so aufwendig, das es für kleine Anlagen keinen Sinn macht…

Und das mit dem in netz einspeisen ist auch nicht so einfach. Das Netz ist nicht für dezentrale Energieezeuger ausgelegt. Bis dato ist das kein Problem, hätten wir 20-30-40% Solarstrom in Netz wird er relativ schwierig das Ganze im Griff zu behalten…

Das wäre schön, wenn der Einspeisetarif mit dem Energietarif auf der Stromrechnung übereinstimmen würde. Bei mir liegt da ein Faktor 3 dazwischen. Die Netzbenutzung kommt dann noch separat dazu, das ist klar. (PS Ich wohne im Kanton Bern)
Förderbeiträge aus öffentlichen Geldern (du nennst 12’000.-) wären nicht nötig, wenn die Energie mit fairen Preisen gehandelt würde. Und wenn sich das Netzbenutzungsmodell nach den zukunftsweisenden Stromverläufen auf Netzebene 7 dem Prinzip der „Stromwende“ anpassen würde, könnten ZEV mit all dem Wildwuchs an Privatleitungen vermieden werden.
Besonders im Ausbau von PV auch auf kleinen Dächern im Siedlungsraum liegt ein grosses und für die Netzstabilisierung wichtiges Potential.
Wie liessen sich faire Preise statt Subventionen und Aktualisierungen am Netzbenutzungsmodell erreichen?

Du sagst es „das Netz ist nicht für dezentrale Energieerzeuger ausgelegt“. Drum müssen es jetzt Private mit einem ZEV richten.
Wenn sich das Netzbenutzungsmodell nach den zukunftsweisenden Stromverläufen auf Netzebene 7 dem Prinzip der „Stromwende“ anpassen würde, könnten ZEV mit all dem Wildwuchs an Privatleitungen vermieden werden.
Besonders im Ausbau von PV auch auf kleinen Dächern im Siedlungsraum liegt ein grosses und für die Netzstabilisierung wichtiges Potential. Nicht Netzverstärkung sondern regionaler smarter Netzbetrieb allenfalls mit regionalen Grossspeichern sind doch Zukunft. Oder ist die Entlastung des Netzes vielleicht gar nicht erwünscht???

Wie fast überall geht es um Geld!
Als ich ende der 80er Jahre meine erste PV-Anlage installierte, drehte der Ferraris über Mittag ein paar Runden zurück, -heute nennt man das Net-Metering.
Doch plötzlich wollten alle am Solarstrom verdienen, die Versorger verbauten Zweirichtungszähler und bezahlten für eingespeisten Solarstrom möglichst wenig.
Dafür gabs dann Fördergelder von Bund, Kanton und schliesslich Swissgrid. Jahrelang erhielten Pioniere bis zu einem Franken pro eingespeiste kWh.
Deshalb war die KEV kaum finanzierbar und heute wird krampfhaft versucht, den Scherbenhaufen aufzuräumen.
Der Knackpunkt liegt im Einspeisetarif. Verg. Sommer bezahlten mir die BKW nochgerade 2 Rappen und machten mit meinem sauberen Strom 1’500% Gewinn. Klar dass dabei niemand mehr in PV investiert.
Seit 2009 betreibe ich einen ZEV, doch Eigenverbrauch ist bloss ein Zwischenschritt und private Kleinstspeicher eine Illusion.
Die Versorger verstecken sich hinter dem Gesetzgeber und die Politik sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
einstein0

Es ist nicht verboten auch mal einfach nichts beizutragen, den mit solchem Quatsch kann niemand was anfangen…

Ja, um was geht es den sonst, es verpflichtet dich niemand die Einmalvergütung zu beantragen.

Absolut verständlich das dies unterbunden wurde. Der Strom ist nur ein kleiner Teil der Kosten, ohne Netz kannst du auch keinen Gewinn erziehen, noch deinen Überschuss vermarkten. Dein Netzbetreiber stellt dich aber auch keine Rechnung wen das Netz erneuert oder ausgebaut werden muss.

Quatsch, die KEV war für alle ein Segen, nur ging das Geld meist an grössere Unternehmen als an den Eigenheimbesitzer. Diese wollte man verbessern. Ausserdem ist nur ein kleiner Anteil in die PV geflossen. Der Rest wurde für anderer Energien ausgegeben oder blockiert.

Nein, die BKW zahlte dir etwa den identischen Tarif ohne HKN wie sie anderswo auch bezahlen würden. Warum soll dich die BKW subventionieren… ?

Wie schon einmal geschrieben, das wäre Ilegal du konntest damals noch keine ZEV. Dafür gab es keine rechtliche Grundlage. Die BKW hat einen Auftrag vom Bund und kann dies nicht in Private Hände legen…

Die Zahlen gehen National wie auch International durch die Decke… Europa wird wiederum auf dem Stand von 2006 sein, die Schweiz hat ein solches Wachstum das es in naher Zukunft nicht mehr genügend Fachkräfte hat um alles auf die Dächer zu bringen, es gibt Rohstoffmangel bei den Wafern und sogar beim Alu… aber ja klar es investiert ja niemand mehr in PV…

Hallo! Feilstar!
Einstein hat schon recht. Du bestätigst es ja selber. Überall geht es nur ums Geld.
Auch du rechtfertigst übers Band hinweg, die diversen Abzocker und Verhindere.

Eine solche Diskussion möchte ich nicht mehr führen und möchte zurück zum wesentlichen Thema:
Warum ist eigentlich EIGENVERBRAUCH ein derart zentrales Thema? Es überschattet das Hauptziel zukunftsweisender Stromproduktion. Primär geht es doch darum, dezentral so viel erneuerbare Energie zu produzieren, wie möglich. Jede kWh, die regional aus Sonnenenergie gewonnen werden kann, muss nicht anderswo produziert und über hohe Masten in der Landschaft durch dicke Drähte unter Verursachung unnötiger Netzbenutzungskosten herbeigeschafft werden.

Die Zeiten haben sich geändert, wo die Kupferdrähte nur in einer Flussrichtung genutzt worden sind. So hat sich das Prinzip der Kostenwälzung (ein Branchenbeschluss) etablieren können. Für die heutige und erstrecht die kommende Situation ist so etwas nicht mehr Tauglich. Wie kannst du mir anders als mit dem veralteten Netzbenutzungsmodell erklären, warum mein Nachbar für Energie, die ich für 2 Rp ins Netz eingespeist habe, 11 Rappen bezahlt. Dazu wir ihm für die 30 m Transport übers Netz noch 11 Rp Netznutzung verrechnet, als ob der Strom von der Grimsel käme???

Wenn wir in der Energiestrategie 2050 weiter kommen wollen, braucht es aktuellere Strukturen der Netzbetreiber, die faire Preise ermöglichen und nicht die Förderung dem Bund, den Kantonen und Gemeinden überlassen.

Danke Felistar, dass du meinen Beitrag so wunderbar zerpflückt hast. Nach bald 40 J PV-Erfahrung kostet mich solch kurzsichtige Aufmüpfigkeit ein Schmunzeln.
Wenn Ferraris rückwärts drehen, kann dies weissgott nicht dem Prosumer angelastet werden, im Gegenteil; Holland kennt das Net-Metering mit Jahresbilanz, wogegen Zähler in Italien Import und Export ins gleiche Register schreiben und eingespeister Solarstromüberschuss bezahlt werden muss.
Als ich von einem Elektrowatt-Ingenieur auf den Mont-Soleil eingeladen wurde, erklärte ein Funktionär der BKW; Solarenergie werde sich nie durchsetzen, weil sie schwer planbar sei.
Ein paar Jahre später waren es wieder die BKW, welche mit ihrem Grossprojekt; -dem Stade de Suisse den ersten KEV-Fördertopf leerten.
Prompt vermeldete Marianne Zünd (BfE), die KEV sei ein Auslaufmodell.
Als Gründungsmitglied der ADEV habe ich viele Phasen miterlebt und sehe das Verbundnetz als Speicher. Unser Bundesrat setzt sich scheinbar für die Erneuerbaren ein und Grosshändler rufen mit Sonderangeboten um Hilfe, Module kosten nochgerade einen Batzen pro Wp, aber unsere nationale Solarstromproduktion fungiert immer noch im einstelligen Prozentbereich.
Warum wohl?
einstein0

Hallo Felistar

Wir haben noch eine Frage offen:

Wie kannst du mir anders als mit dem veralteten Netzbenutzungsmodell erklären, warum mein Nachbar für Energie, die ich für 2 Rp ins Netz eingespeist habe, 11 Rappen bezahlt. Dazu werden ihm für die 30 m Transport übers Netz zusätzlich noch 11 Rp Netznutzung verrechnet, als ob der Strom von der Grimsel käme???

Oder gibt es dazu keine stichhaltige Erklärung?

warum? weil das noch ein altes verrechnungsmodell ist und auslaufen wird. wenn viele leute ihren strom zu einem grossen teil selber erzeugen und alle dann nur im winter wenn keine sonne scheint strom benötigen, dann funktioniert das jetzige modell nicht mehr und man wird wohl dann mit einem grund anschluss beitrag arbeiten müssen.

wenn dir das stinkt, dann geh doch ganz vom netz. das ist nicht so einfach. erst dann aber muss der netzbetreiber keine anlage unterhalten für dich damit du wenn du grad keine sonne hast strom liefern darf.

wieso bestellst du nicht den bagger und gräbst selber eine leitung zum nachbarn? kannst ja dann mal rechnen wie lange es dauert bis sich das amortiert hat…

" Primär geht es doch darum, dezentral so viel erneuerbare Energie zu produzieren, wie möglich. "
da bin ich voll und ganz bei dir. ich strebe noch möglichst hoher autarkie. das wird nur was wenn ich massiv überdimensioniere. dann reichts weiter in der dunkleren saison…

gruss
siegi

Du als Trilobyt weisst ja, wie das war im mittleren Kambrium vor 500 Millionen Jahren. :wink: Schon damals konnte sich nur erfolgreich entwickeln, wer sich den veränderten Umweltbedingungen laufend immer wieder anpassen konnte.

So ist es auch noch heute. Veraltete Modelle müssen sich der Wirklichkeit und noch besser, der schon sichtbaren Zukunft anpassen. Teilweise ist das im Netznutzungsmodell bereits geschehen. So wird „die vom Endverbraucher selbst erzeugte und für den Eigenverbrauch verwendete Energie (Eigenerzeugung) nicht in die Bruttoenergie einbezogen“.
Diese Verrechnungsregel liesse sich nun auch auf ganze Netzstränge, Quartiere, Gemeinden anwenden. Unter Anwendung der heute verfügbaren Messtechnik wäre das absolut möglich und würde den Bagger ersetzen und Parallelnetze erübrigen. Daraus ergäben sich auch wesentlich optimalere Messwerte für die Netzstabilisierung und Steuerungsmöglichkeiten über die Tarifgestaltung.
Mit einem Grundanschlussbeitrages würden wir uns jedoch eher noch weiter zurück ins Kambrium entwickeln, in eine Zeit, als man noch keine Zähler kannte.

Die Grundversorgung wird durch die PV absolut nicht stärker gefordert. Ohne Sonne gleich wie immer, mit Sonne sogar entlastet. Mit lokalen oder regionalen Speichern und vor allem mit einem Umdenken bei der Tarifgestaltung mit dynamischen Tarifen liesse sich die zeitabhängige Produktion der PV sogar positiv nutzen.

Damit kämen wir gemeinsam der Autarkie schon näher. Das würde die Grundversorger/Netzbetreiber zwar gar nicht freuen - was ja eigentlich auch nicht unsere Aufgabe ist, dem Netz zu dienen, gell.

PS
Von Felistar habe ich noch keine Antwort erhalten. Das wird nicht ganz so einfach sein. :yum:

tschüss, ueli

ein strompreis der für den endverbraucher, abhängig ist von angebot und nachfrage sowie eine deutlich spürbare co2 abgabe würde viele probleme lösen!

es ist doch doof dass ich unterschreiben muss dass ich nicht vom speicher ins netz einspeisen werde. schlau wäre wenn ich das dann täte wenn es nützen würde. und schlau wäre es wenn ich den akku auch mal aus dem netz laden täte wenn überschuss da ist.

aber das mache ich nur wenn ich es darf und etwas davon habe.

das ganze wird aber witzlos wenn ich für beide fälle netznutzung bezahlen muss…

gruss
siegi

Diese Ansicht von trilobyte kann ich voll und ganz teilen. Die von ihm genannten Verpflichtungen sind ja haarsträubender Unsinn. Die Profitgier und Unbeweglichkeit der Netzbetreiber lässt grüssen.

ÜBRIGENS: Das Netznutzungsmodell ist eine „Branchenempfehlung“ des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, kein Gesetz!!!
Im Rahmen des Strom VG und der Strom VV wären auch ganz andere Modelle möglich. Es geht nun darum, dass auch andere Branchen und vor allem politische Mehrheiten Anpassungen verlangen.

tschüss zäme, ueli

Hallo Felistar
Du hast dich aktiv in unsere Diskussion eingebracht. Umso mehr bin ich erstaunt, dass du uns noch eine Antwort auf meine Frage vom 30. Januar schuldig bleibst. Kannst du die Fakten, die ich erwähne, fast nicht glauben? Ich kann dir meine Stromrechnung schicken. Ohne deine Antwort müssen wir annehmen, dass es auch für dich klar ist, dass solche Missstände eben auf das anpassungsbedürftige Netznutzungsmodell zurück zu führen sind.

tschüss, ueli

Hallo zusammen, die laufende Diskussion gefällt mir so nicht. Könnte man das nicht etwas versachlichen? Mit Zahlen? Als erstes ist klar, dass die PV-Module drastisch günstiger geworden sind. Die Kosten für Wechselrichter und Installation sind eher kaum gesunken. Wenn also der Kostenanteil der Module an den Gesamtkosten etwa die Hälfte ist, dann wird die Anlage bei einer Halbierung der Modulkosten etwa um 25% günstiger. Es ist klar und richtig, dass die Einmalvergütung ständig an die Marktpreise angepasst werden muss. Also war früher alles anders und nicht ggf. besser.
Der Strompreis setzt sich bei uns zusammen aus Netznutzungspreis, Energiepreis und Abgaben (Swissgrid, Gemeinde und Förderung EE). Mit der PV-Anlage produzieren wir vorallem im Sommer und tagsüber, d.h. überwiegend zu Hochtarifzeiten (HT). Die Abgaben und Netznutzungspreise sind ganzjährig gleich. Als Energiepreise kann man die Preise vorallem im Sommerhalbjahr und im Hochtarif tagsüber ansetzen. Bei unserer Genossenschaft (egs) gilt dafür z.Z.:
Abgaben 2.88 Rp/kWh, Netznutzung (HT) 8.5 Rp/kWh, Energie (HT) 8.6 Rp/kWh, 2021 ist die Einspeisevergütung 6.3 Rp/kWh (Energie 5.3 und HKN 1.0 Rp/kWh). Warum die Netznutzungspreise im HT um 2 Rp höher sind, erschliesst sich mir nicht. Ist wohl dasselbe Netz. Die Einspeisevergütung ist immer die gleiche, egal, ob Winter, Sommer, HT oder NT. Die Genossenschaft verwendet Ihr Netz auch für die Einspeisung. Der eingespiessene PV-Strom fliesst sicher nicht zur egs und zurück in die Gemeinde sondern wird direkt in der Gemeinde verbraucht. Also erhält die egs auch dafür keine Abgaben, wenn der Stromfluss über die Gemeindegrenzen massgeblich ist.
Allerdings kann die Genossenschaft den PV-Strom im HT für 8.5 Rp/kWh vermarkten. Am Wochenende Sa ab 13:00 und So kostet der NT-Strom 6.5 Rp/kWh, wir erhalten 6.3 Rp/kWh. Klar sind 6.3 Rp/kWh kein grosser Anreiz und die Amortisationszeit unserer Anlage (16.35 kWp, s. www.staerk-erdwaerme.ch unter „Situation“) lässt sich grob auf ca. 15 Jahre abschätzen. Aber jeder km mit dem Elektroauto tut gut :smiley:. Ist an den Überlegungen etwas falsch? Wie seht Ihr das?

Letzten Sommer hatte mich ein befreundeter Landwirt um Rat gefragt. Er baute ein neues Ökonomiegebäude und wollte das Dach mit PV decken. Ich machte ihm ein gutes Angebot für 50 kWp und alles schien in trockenen Tüchern.
Plötzlich rief er mich aufgeregt an, er hätte gerade mit dem Versorger gesprochen und 2 Rp/kWh als Einspeisetarif offeriert bekommen…
„Wenn das so ist, dann decke ich meine Halle mit Trapezblech,“ war seine endgültige Entscheidung und ich hatte Verständnis dafür.
einstein0

Das war so. Im Frühling 2020 senkte die BKW die Einspeisevergütung kommentarlos auf 2 Rp/kWh. Gleichzeitig bewarb sie die enttäuschten PV-Produzenten mit dem ZEV-Angebot durch ihr Partnerunternehmen engytec.ch. Die Wahrscheinlichkeit, so Kunden zu fangen und mit ZEV an ihre neuen Dienstleistungen zu binden, ist natürlich gross.

Och, ich würde die Versorger nicht über -und uns Prosumer nicht unterschätzen. Wer sich nur ein bisschen umhört, merkt bald, dass sich die Versorger hinter dem Gesetzgeber verstecken und die Politik schaut ihrerseits paralisiert zu (zumindest bis wieder irgendwo ein Reaktor hopps geht, dann wollen sie sofort wieder alle KKW’s abschalten)…
Klar, meine ZEV-Anlage speist nur zur HT-Zeit ins Haushaltnetz ein, wobei Netznutzung sowieso dabei ist. Ergibt praktisch 30 Rp/kWh netto.
Den Einspeiseüberschuss versuche ich in den Bereich von Wattsekunden zu begrenzen.
einstein0

Hallo EVpositiv. Du hast absolut recht, und ich bin froh um deine Zahlen.
Wenn du sie mit meinen in den Beiträgen oben vergleichst, hast du ja noch goldene Verhältnisse.
Ich habe mich auf HT beschränkt, da NT für PV kaum relevant ist, und auf ganze Rp gerundet.
Aber Einspeisetarif 2Rp, Verkauf Energie 11Rp + Netzbenutzung 11Rp sind klare Zahlen. Dass da etwas nicht stimmen kann, ist keine Frage.