Netzdienliches Akku-Laden mit eigener PV

Ich hab mal zusammengefasst wie ich versuche, wenn mir das monetär auch nichts bringt, meine Akkus Netzdienlich zu laden. Hier findet ihr den Blog

Ich plane gerade einen stationären AC-Speicher, um das Netz zu entlasten.
Die Grössenordnung soll zwischen 100 und 1’000 kWh liegen.
Meine zweite Frage wird sein: Was zahlt mir der Versorger dafür, wenn er den Speicher nach seinem Gutdünken regeln kann.
Ich bin gespannt und würde mich hier auf ähnliche Inputs freuen!
einstein0

Es gibt 3 verschiedene Akteure die interessiert an Flexibilität sein könnten.
Der Netzbetreiber: Der wird dir aber nichts bezahlen. Er wird nur die nächste PV-Anlage nicht bewilligen, bis das Netz ausgebaut ist und den Netzausbau zahlen wir über die Netzkosten.
Der Energielieferant: Die müssen ihren 1/4h Plan einhalten und kaufen darum ganz kurzfristig Leistung ein, sonst kriegen sie ein grosse Rechnung der Swissgrid. Für das müssten sie aber ein paar hundert Batterien gleichzeitig steuern können. technisch sehr aufwendig.
Swissgrid ist auch interessiert an Leistung für Regelenergie. Die brauche aber noch grössere Leistungen. sun2wheel AG macht das für PV Anlagen ab 200kW. Wenn ich das richtig gesehen habe, könnte das dann etwa das 10fache von Rücklieferpreis geben.

Der VSE hat vor kurzem darüber geschrieben:
ESready zeigt Wirkung: Mehr Flexibilität und bessere Daten | VSE
und einen Leitfaden für die Netzbeteriber geschrieben: https://www.strom.ch/de/document/marktdienlicher-einsatz-der-flexibilitaet-von-pv-anlagen-mef-ch-2026
Grosse PV-Anlagen werden vermutlich stundenscharfe Rückliefertarife erhalten in Zukunft… dann macht es definitiv Sinn genau zu schauen wann man die Batterie lädt.

Ich habe das Thema vor einiger Zeit kurz geprüft.
Ist aber für mich nicht relevant.
Da einer der Player.

Ich habe ergänzend einen kurzen Blog geschrieben wieso ich glaube das es nicht mehr allzulange 6Rp Einspeisevergütung gibt. Ich glaube das nächste Wochenende wird auch wieder so eins… mit viel Minus.

Hallo Lucas

Vermutlich wird vieles so kommen, wie du dir das vorstellst.
Vorab… Swissgrid gehört uns. Dem Bürger der Schweiz
Die meisten grösseren Stromversorger gehören uns. Dem Bürger der Schweiz.
EKZ hat seinen Stromtarif in vier Quartale aufgeteilt. Jan-März, April-Juni, Juli-September, Oktober-Dezember.
April-September ist der Strom günstig.
Oktober -März teuer.
Dazu kommen wie üblich die ganzen Abgaben.
Der Tag und Nachttarif wurde abgeschafft.

Als Variante gibt es den dynamischen Stromtarif, für die, welche den Bezug Eigenstromoptimiert steuern können.
Grosse PV Anlagen werden schon jetzt in der Rücklieferungsleistung begrenzt.
Eine 1450kWp Anlage auf 1000kW.
Kann ich nachvollziehen.

Dieser Tarif ermöglicht es dem Konsumenten sein Auto tagsüber zu laden und damit den Peak der Niedertarifumschaltung um 20:00Uhr zu mildern.
Generell werden durch den Strombetreiber Anlagen netzdienlich freigeschaltet. Elektroboiler etc.
Da wird vermutlich noch das ein oder andere Produkt dazu kommen.
Eigenstromverbrauchsoptimierung wird immer wichtiger.
Mit dem dynamischen Tarif kann, wer es im Griff hat, Geld gespart oder verdient werden.
Beispielsweise zu Zeiten mit - Fr. 450.- Stromtarif die Kältespeicher 10 Grad tiefer kühlen.
Das kann aber auch viel teurer werden.
Die Gemeindewerke und Stromversorger sind da frei, wie sie ihre Stromtarife gestalten, solange sie sich an die Rahmenbedingungen halten.
Im Rahmen der periodischen Überprüfung des Stromeinkaufs aber auch mit der Strommangellage für einen Grossbezüger konnte ich mich in den letzten Jahren vertieft mit dem Thema beschäftigen und die erneuerte Infrastruktur darauf vorbereiten

Ach noch was zum Stromabkommen mit der EU.
Die Stromrechnung besteht zwingend aus einem 9 Seitigen Formular.
Sonst entspricht es nicht den Euro Normen.
Der Euro Moloch ruft.

Es wird ziemlich sicher die Bedingung gestellt, das unsere Wasserkraft international ausgeschrieben wird.
Das heisst, der meistbietende, zb. der Franzose, lässt das Wasser dann runter, wenn es ihn am meisten dient.
Das ist nicht im Interesse der Schweiz. Die Wasserkraft ist Systemrelevant.

(Auf meinem Tablet lässt sich ein grösserer Beitrag nicht mehr bearbeiten. Daher habe ich das Thema auf mehrere Beiträge aufgeteilt)

Hallo Patrik - danke Dir. Wenn man unterscheidet zwischen
dynamischen Bezugstarifen und dynamischen Abnahmevergütungen:
dynamische Bezugstarife machen für mich nur Sinn für automatisch ansteuerbare Verbraucher/Batterien. Dass Privatpersonen oder Stromabnehmer ohne nahmhafte Flexibilisierungsmöglichkeiten (also nicht so, wie es die CKW schrieben - sinngemäss - „schauen Sie, dass der Racletteofen und der Haartrockner nicht gleichzeitig in Betrieb sind“) sich energiedienlich/netzdienlich verhalten sollen, ist wohl eine wenig sinnvolle Forderung. Zumal sich das in einem Strassenzug ja schon statistisch ausmittelt.
Anders sieht es aus bei den automatisch ansteuerbaren Verbrauchern und die hast Du wohl im Sinn, oder? Da auf jeden Fall! Ich denke, wir müssen nur aufpassen, dass wir nicht alles über einen Kamm scheren und plötzlich alle (ich schätze mal, zwei Drittel der Verbrauchsstellen hat keine nenenswerten Flexibilitätsmöglichkeiten) dynamische Tarife bekommen.

Zu den dynamischen Abnahmevergütungen: hier bin ich noch nicht sicher: wenn die Preise z.B. zwischen 10-17 h negativ sind und ich keinen Eigenverbrauch habe (also Einspeise-PV, die kann man auch grösser bauen und damit preiswerter pro kWp und wir brauchen diese Anlagen für die Energiewende genauso), bräuchte ich ja einen 7 h Speicher - bei zur Zeit üblichen 2-3 h muss ich die Anlage ja sonst während 4 h abschalten. Und solange die Abnahmevergütungen auf die kWh ausgerichtet werden, mache ich Verluste - oder mache ich da einen Denkfehler? - bei VESE haben wir das Kapazitätsmodell entwickelt - Frage: was meinst Du dazu? https://vese.ch/pvzubau

Hast Du hier Hintergrundinformationen? Stimmt das wirklich? Würde es auch PV-Produzenten ab 200 kWp (mit Stromabkommen ist das ist die Obergrenze für die Abnahme- und Vergütungspflicht durch den Grundversorger) betreffen?

Hallo Patrik, ja all diese Unternehmen gehören der öffentlichen Hand, sie benehmen sich aber nicht entsprechend. Es hat wohl damit zu tun, dass die Besitzer, also Kantone und Gemeinden, lieber eine finanzielle Ausschüttung haben als günstige Stromtarife. Ich hoffe wirklich die Öffnung des Marktes kommt, dann können die, die wollen wechseln und die anderen bleiben. Für viele Haushalte sind die Stromkosten im ganzen wohl vernachlässigbar. Ich glaube wenn es so kommt wie ich schreibe, dann weil sich die durchsetzen die einfache Lösungen wollen und vor allem ihre Interessen verfolgen. Dass dies wahrscheinlich nicht zu meinen Gunsten ist, davon gehe ich aus.

Ich hoffe, dass die Marktöffnung nicht kommt.
Habe es international nicht selber verfolgt.
Einer meine Gesprächspartner beim Stromeinkauf schon.
Absolut vertrauenswürdig.
Es wurde generell teurer für den Endkonsumenten.

Ja ich habe auch schon davon gehört, aber so weiterwurtschteln lassen kann ja auch nicht die Lösung sein. Wir sind in der Lage alles selber zu entscheiden, aber beim Strom nicht, und ehrlich, die nutzen dieses Monopol schamlos aus. Leider ist auch der Gesetzgeber durch Lobbying so gepolt das es wohl auch nicht besser wird.

Da gibt es ja 2 Meinungen, die einen sagen so die anderen eben nicht. Ich stell mir das eh noch Interessant vor, wie soll ein Französischer Konzern an die Energie der Stauseen kommen, das würde ja dann auch für ihre AKW gelten, oder in DE für Windfarmen etc ? Allerdings ist die Schweiz halt gern im vorauseilendem Gehorsam und will Regeln erfüllen die nicht mal EU Mitgliedsländer erfüllen.

Die Stauseen sind die Batterien in gross.
Wenn genug Wind über der Nordsee weht, wird Wasser raufgepumpt. Wenn Flaute herscht, Wasser abgelassen. Das selbe bei Solarüberschuss.
Eine Geldmaschine.
Dieses Geld muss in der Schweiz bleiben.

Die Abzockerei wird neu etwas zurückgehen. Zumindest im Kanton Zürich.
Aber musst dich nicht der Illusion hingeben, das du einen supertollen Stromanbieter im freien Markt findest.
Die kochen alle mit Wasser.
Der Stromeinkauf läuft so.
Über zwei - drei oder vier Jahre im voraus wird tranchenweise, beispielsweise zwei-monatlich der Bedarf an Strom eingekauft.
Mal teurer, mal günstiger.
Ab 100 000kWh Jahresbezug kann schon jetzt jeder, seinen Partner selber bestimmen.
So arbeiten Elektrizitätswerke und grössere Firmen.
Die grösseren Firmen mit grossen Strombedarf schliessen sich häufig einem Pool von Firmen die einen ähnlichen Bedarf haben, eines Anbieters an.
Dadurch werden die Verwaltungskosten pro kWh geringer.
Jeder Anbieter will von seiner Dienstleistung leben und möglichst viel abschöpfen. Mit dem freien Markt kommen die Werbekosten noch oben drauf. Die haben wir mit dem Monopol nicht.

Wer seine Strompreise nicht so absichert, läuft Gefahr, das er pro Jahr anstelle 14 Rappen/kWh aufs mal Fr. 1.- /kWh bezahlt.
Das ist in den vergangenen Jahren vielen Firmen zum Verhängnis geworden. Hotel und Firmenschliessungen wegen der Strompreise.

Salü Walter
Sehe es auch so, das die dynamischen Stromeinkaufspreise nur für wenige interessant und sinnvoll sind.
Bei der PV-Energie sind wir bald so weit, das wir im Sommer den Bedarf wenn auch mit Zukauf decken können. Da besteht vermutlich international ein Überangebot an Energie.

Problematisch sind die fehlenden 6856MWh Winterstrom Oktober -März
Daher von mir aus gesehen eine Förderung für Winterstrom-Anlagen sinnvoll.
Möglichst auf bestand Gebäuden.

Der Rest der PV-Anlagen wird rein durch die aktuellen Strompreise und Zwangsabgaben welche auch rund 70% des Strompreises ausmachen geregelt.
Für das braucht es meiner Meinung nach keine Förderung.
Die Eigenstrom Verbrauchsoptimierung ist wieder ein anderes Thema.
In ca. drei Jahren wird das BiDirektional Laden Marktreif sein,
Da sind mittlerweile die ersten bezahlbaren dazu fähigen Wallbox auf dem Markt.
Da liegt ein gewaltiger Hebel zur Netzstabilisierung.
Da würde ich Fördergelder einsetzen.

Ein weiteres Beispiel zur möglichen Förderung: Ich konnte eine neue KM//WP realisieren, welche einen Lastabwurf hat. Dies in Hinsicht auf eine Strommangellage.
Die nächste Strommangellage kommt bestimmt.
Da wird zb. 50% des Energie Bedarfs energieverbrauchsoptimiert durch eine alternative, vorhandene Heizquelle geliefert. (Gas)

Als Eigenstromverbrauchsoptimierung oder allenfalls zur Netzstabilisierung können die Kältespeicher automatisch kälter eingestellt werden.
Damit die überschüssige Energie gespeichert werden.

Da liegt ein gewaltiges Optimierungspotential…

1 „Gefällt mir“

Danke Dir - VESE wird im Juni einen Online-Treff zu genau diesem Thema machen. - am besten den VESE-Newsletter abonnieren, dann werdet Ihr informiert.
Zur fehlenden „Winterstrom“ : lustig finde ich es manchmal, dass von „uns Solaren“ erwartet wird, dass wir zu 100% die Schweiz versorgen. Und zwar zu jeder Sekunde. Das können wir machen (s. Online-Treff Juni), bedarf aber doch eines Zeithorizonts für Planung und Bau, der nicht bei 4 Jahren, also einer Legislatur, liegt. Und in der nächsten Legislatur wird dann wieder von Import (aka Stromabkommen) geredet, bedeutet dann wieder Umplanen der Infrastruktur.
Auch geht danz vergessen, dass „die Fossilen“ alles importieren. Das ganze Jahre. ca. 3/4 der bei uns verbrauchten Importenergie ist Öl und Gas. Komplett importiert. Es würde mich sehr freuen, wenn „die Fossilen“, genauso wie „die Atomiker“ (die Brennstoff importieren) rufen würden „Challenge accepted! Auch wir zeigen, dass wir die Schweiz autark versorgen können!“

2 „Gefällt mir“